SID Sportnews

  • Olympia: Mao Zedong wird zum Test der Regel 50

     

    Chinesinnen trugen Anstecker mit Mao-Konterfei (© AFP/SID/Greg Baker)Zwei Pins mit dem Konterfei von Mao Zedong haben die Aufmerksamkeit des IOC erregt.

    Tokio (SID) - Zwei Pins mit dem Konterfei von Mao Zedong haben die Aufmerksamkeit des IOC erregt - und werden zum nächsten Test der gelockerten Charta-Regel 50.2, die politische Meinungsäußerung auf dem Olympia-Podest verbietet. Die Chinesinnen Zhong Tianshi und Bao Shanju trugen die Anstecker bei der Siegerehrung nach ihrem Erfolg im Bahnradsprint über Lea-Sophie Friedrich und Emma Hinze an ihren Jacken. Das Internationale Olympische Komitee forderte das chinesische NOK daraufhin zu einer Stellungnahme auf.
    Das IOC bearbeitet noch immer den Fall der US-Kugelstoßerin Raven Saunders, die nach dem Gewinn ihrer Silbermedaille mit einer "X-Geste" auf dem Podium für die Rechte "unterdrückter Menschen" demonstriert hatte. Das Nationale Olympische Komitee der USA kündigte bereits an, keine Strafe gegen Saunders zu verhängen. Der Protest verstoße nicht gegen die eigenen Vorschriften, die im Vorfeld der Spiele gelockert worden waren, er sei "friedlicher Ausdruck" der Unterstützung sozialer Gerechtigkeit, teilte das USOPC mit.
    Es ist kaum vorstellbar, dass in diesem Umfeld das chinesische NOK Maßnahmen gegen Zhong und Bao ergreift. Immerhin gilt Mao Zedong, Mitbegründer der kommunistischen Partei und erster Staatspräsident der Volksrepublik, als Ikone in China. Das IOC hatte im Vorfeld der Spiele in Tokio die Regel 50 der Charta angepasst, um den Athletinnen und Athleten Möglichkeiten zur politischen Meinungsäußerung zu geben, das Podium aber weiter explizit ausgeschlossen.


    Bild: Chinesinnen trugen Anstecker mit Mao-Konterfei (© AFP/SID/Greg Baker)

     


  • IOC leitet "formale Untersuchung" gegen NOK aus Belarus ein

     

    Mark Adams bestätigt Untersuchung gegen NOK (© AFP/SID/FABRICE COFFRINI)Das IOC hat nach dem Hilferuf von Kristina Timanowskaja und ihrer Flucht eine "formale Untersuchung" gegen das belarussische NOK eingeleitet.

    Tokio (SID) - Das Internationale Olympische Komitee hat nach dem Hilferuf der Leichtathletin Kristina Timanowskaja und ihrer Flucht in die polnische Botschaft eine "formale Untersuchung" gegen das belarussische NOK eingeleitet. Das erklärte IOC-Sprecher Mark Adams. Den angeforderten Bericht des Nationalen Olympischen Komitees erwartet das IOC noch am Dienstag, allerdings könne eine Entscheidung über Konsequenzen "dauern", sagte Adams.
    Timanowskaja behauptet, ihr NOK habe sie zur Rückreise nach Belarus zwingen wollen. Aus Angst vor Repressalien in der Heimat, suchte sie am Flughafen Haneda Schutz bei der Polizei und bat das IOC um Hilfe. Mehrere europäische Staaten sagten Timanowskaja Unterstützung zu, am Mittwoch soll sie Tokio verlassen und nach Warschau reisen.
    Die Athletenvertretung Global Athlete hatte das IOC zuvor aufgefordert, das NOK aus Belarus sofort zu suspendieren, die Sportlerinnen und Sportler sollen unter der olympischen Flagge als neutrale Athleten starten. Auch der Verein Athleten Deutschland hatte Sanktionen gefordert, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten.
    Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki warf der Regierung des östlichen Nachbarn einen "kriminellen Versuch" vor, "eine Sportlerin zu entführen, die kritisch gegenüber dem belarussischen Regime eingestellt ist". Timanowskaja hatte es gewagt, sich öffentlich gegen den eigenen Leichtathletikverband zu positionieren, sie gab an, gezwungen worden zu sein, an der 4x400-m-Staffel teilzunehmen. Nominiert war sie für die Rennen über 100 und 200 m.
    Das IOC hatte am Montag die bisherigen Maßnahmen gegen das belarussische NOK verteidigt. Staatschef Alexander Lukaschenko musste sein Amt als Vorsitzender abgeben, seinem Sohn Wiktor verweigert das IOC die Anerkennung als dessen Nachfolger. Die finanziellen Zuwendungen wurden ausgesetzt, ebenso die Gespräche über IOC-Veranstaltungen in Belarus.


    Bild: Mark Adams bestätigt Untersuchung gegen NOK (© AFP/SID/FABRICE COFFRINI)

     


  • Fall Timanowskaja: EU-Kommission rügt Belarus

     

    Belarus wird auch von EU-Kommission scharf kritisiert (© AFP/SID/)Die Europäische Kommission hat Belarus für den Umgang mit Athletin Kristina Timanowskaja scharf kritisiert.

    Köln (SID) - Die Europäische Kommission hat Belarus für den Umgang mit Athletin Kristina Timanowskaja scharf kritisiert und zugleich ihre Solidarität mit der Sportlerin erklärt. "Der Versuch, Kristina Timanowskaja mit Gewalt in ihr Heimatland zu bringen, ist ein weiteres Beispiel dafür, mit welcher Brutalität das Regime von Lukaschenko (Präsident Alexander Lukaschenko, d. Red.) die Menschen in Belarus unterdrückt", sagte Kommissionssprecherin Nabila Massrali der Zeitung die Welt.
    "Die Repressalien treffen die gesamte belarussische Gesellschaft, auch Athleten und machen selbst vor dem Olympischen Frieden nicht Halt", führte Massrali aus: "Wir drücken gegenüber Kristina Timanowskaja unsere volle Solidarität aus und unsere Achtung vor den Mitgliedstaaten, die ihr Unterstützung angeboten haben. Und wir begrüßen, dass Polen ihr ein humanitäres Visum ausgestellt hat."
    Die 24-jährige Timanowskaja hatte die Nacht zum Montag in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht, nachdem sie über die Sozialen Medien die Angst geäußert hatte, gegen ihren Willen zurück nach Belarus gebracht zu werden. Dabei hatte sie auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) um Hilfe angerufen.
    Auslöser der Affäre war offenbar ein mittlerweile gelöschtes Video, das Timanowskaja bei Instagram gepostet hatte. Darin kritisierte sie den belarussischen Leichtathletikverband. Timanowskaja gab an, sie sei gezwungen worden, am 4x400-Rennen teilzunehmen, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Athletinnen gewährleistet habe, die für die Staffel vorgesehen waren.


    Bild: Belarus wird auch von EU-Kommission scharf kritisiert (© AFP/SID/)

     


  • HRW und Athleten Deutschland rufen IOC zu entschlossenem Handeln gegen Belarus auf

     

    Human Rights Watch fordert das IOC zum Handeln auf (© AFP/SID/FABRICE COFFRINI)Human Rights Watch hat das IOC dazu aufgerufen, wegen des Falls von Kristina Timanowskaja gegen das belarussische Olympische Komitee vorzugehen.

    Tokio (SID) - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) und der Verein Athleten Deutschland haben das Internationale Olympische Komitee (IOC) dazu aufgerufen, wegen des aufsehenerregenden Falls der Sprinterin Kristina Timanowskaja entschlossen gegen das belarussische Olympische Komitee vorzugehen.
    "Das ist ein sehr verstörender Fall. Sie sollte auf unverschämte Weise deportiert werden", sagte Tanja Lokschina, Direktorin des Russland-Programms bei HRW, dem SID. Lokschina habe "keinen Grund", die Ausführungen der Sportlerin anzuzweifeln, die nach Angaben ihres Ehemannes "wahrscheinlich" in Polen Asyl erhalten wird.
    Lokschina lobte: "Die japanischen Behörden und das IOC haben ihren Job gemacht." Besonders der Ringeorden habe "rechtzeitig und konsequent gehandelt." Dennoch sei das IOC aus ihrer Sicht gefordert, "das Geschehene öffentlich zu verdammen".
    Maximilian Klein, Beauftragter für Internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland, fordert die Prüfung weitreichender Konsequenzen: "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, muss das IOC dringend weitere Sanktionen gegen Belarus prüfen." Laut Klein kämen auch "ein Ausschluss des belarussischen Regimes vom internationalen Sportsystem und eine Suspendierung des belarussischen Nationalen Olympischen Komitees infrage".
    Belarussische Athletinnen und Athleten sollten dann weiterhin unter neutraler Flagge starten dürfen und entsprechend geschützt werden, schlug die deutsche Athletenvertretung vor.
    Die 24-jährige Timanowskaja hatte die Nacht zum Montag in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht, nachdem sie über die Sozialen Medien die Angst geäußert hatte, gegen ihren Willen zurück nach Belarus gebracht zu werden. IOC-Sprecher Mark Adams bestätigte am Montagvormittag, Timanowskaja sei "sicher", der Ringeorden habe erneut Kontakt zu ihr gehabt und das belarussische NOK aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.
    Adams verwies weiter auf die Sanktionen, die im vergangenen Jahr gegen das belarussische NOK verhängt worden waren. Staatschef Alexander Lukaschenko musste sein Amt als NOK-Vorsitzender abgeben, seinem Sohn Wiktor verweigerte das IOC die Anerkennung als dessen Nachfolger. Die finanziellen Zuwendungen wurden ausgesetzt, ebenso die Gespräche über IOC-Veranstaltungen in Belarus.
    Auslöser der Affäre um Timanowskaja, die für Montag in der Startliste des 200-m-Vorlaufs bei den Olympischen Spielen stand, war offenbar ein mittlerweile gelöschtes Video, das Timanowskaja bei Instagram gepostet hatte. Darin kritisierte sie den belarussischen Leichtathletikverband. Timanowskaja gab an, sie sei gezwungen worden, am 4x400-Rennen teilzunehmen, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Athletinnen gewährleistet habe, die für die Staffel vorgesehen waren.


    Bild: Human Rights Watch fordert das IOC zum Handeln auf (© AFP/SID/FABRICE COFFRINI)

     


  • DOSB zur Olympia-Halbzeit: Platz fünf von Rio kaum zu halten

     

    Bisher holten deutsche Athleten wenige Goldmedaillen (© AFP/SID/BEHROUZ MEHRI)Die deutsche Teamleitung glaubt kaum noch daran, den fünften Platz im Medaillenspiegel von Rio 2016 wiederholen zu können.

    Tokio (SID) - Viel Bronze, wenig Gold - aber Hoffnung für den Endspurt: Zwar glaubt die deutsche Teamleitung kaum noch daran, den fünften Platz im Medaillenspiegel von Rio 2016 wiederholen zu können, ist aber dennoch zufrieden mit dem Abschneiden in der ersten Olympia-Woche.
    "Das Ergebnis ist vergleichbar mit London und Rio, was die Anzahl angeht", sagte Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission, am Sonntag im Olympischen Dorf von Tokio. Zwar fehlen ein paar Goldmedaillen, "aber viele Bronzemedaillen wurden mit großen Leistungen erkämpft".
    Zu Beginn des neunten Wettkampftages hatten die deutschen Athletinnen und Athleten 18 Medaillen gewonnen (3xGold, 4xSilber, 11xBronze). Schimmelpfennig rechnet mit einem Abschneiden im Medaillenspiegel zwischen Platz sieben und elf, "auch wenn man natürlich auf die Top 5 oder Top 3 schaut". Allerdings, sagte er zuversichtlich, "liegen viele Wettkämpfe noch vor uns".
    Ebenso wichtig wie der sportliche Erfolg war dem Vizepräsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eine andere Bilanz der ersten Tage bei den Pandemie-Spielen. "Ich bin sehr froh, dass die Schutzmaßnahmen hier greifen", sagte Schimmelpfennig: "Die Grundlage, um in der zweiten Woche Leistungen abzurufen, ist, gesund zu bleiben und keine 'Close Contacts' zu haben."
    Bislang war nur Radsportler Simon Geschke im deutschen Team positiv auf Corona getestet worden. Um die Bedingungen in seinem Quarantäne-Hotel hatte sich eine Diskussion entwickelt, Geschke selbst hatte vor seiner Abreise am Sonntag das Internationale Olympische Komitee (IOC) kritisiert.
    Schwimmerin Sarah Köhler zog dagegen ein positives Fazit für das Leben im Olympischen Dorf. "Wir haben mit anderen Bedingungen gerechnet", sagte sie, aber es sei "vergleichbar mit Rio. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich in einem Gefängnis befinde oder eingesperrt bin." Auch die Stimmung unter den Athleten sei gut.
    "Natürlich hält jeder Abstand, die meisten haben Masken auf, es werden die Hände desinfiziert", sagte die Athletensprecherin der Schwimmer weiter, "aber wenn man das außer Acht lässt, haben wir sehr schöne Spiele hier gehabt".


    Bild: Bisher holten deutsche Athleten wenige Goldmedaillen (© AFP/SID/BEHROUZ MEHRI)

     


  • Bach über Peking 2022: "Müssen uns erneut mit der Pandemie befassen"

     

    Seit 2013 ist Thomas Bach IOC-Präsident (© AFP/POOL/AFP/ISSEI KATO)IOC-Präsident Thomas Bach rechnet damit, dass das Coronavirus auch die Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 22. Februar 2022) prägen wird.

    Köln (SID) - IOC-Präsident Thomas Bach rechnet damit, dass das Coronavirus auch die Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 22. Februar 2022) prägen wird. "Wir müssen uns erneut mit der Pandemie befassen. Die Pandemie wird bis dahin nicht in der ganzen Welt vorbei sein, also müssen wir realistisch sein und die richtigen Maßnahmen finden", sagte das Oberhaupt des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Samstag bei Eurosport.
    In Tokio besteht eine tägliche Testpflicht für die rund 11.000 Aktiven sowie das Umfeld. Die Zahl der Fälle, die in direktem Zusammenhang mit den Spielen in Japans Hauptstadt stehen, hält sich weiter im Rahmen. Am Samstagmorgen gaben das IOC und die Organisatoren 21 neue Fälle bekannt, wobei kein Bewohner des olympischen Dorfs betroffen war.
    In Japan allerdings wurde am Samstag die Marke von 4000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden geknackt - erstmals seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020.
    Erst am Freitag verlängerte die Regierung den Notstand in Tokio vorerst bis zum 31. August und weitete die Maßnahmen auf weitere umliegende Präfekturen aus.


    Bild: Seit 2013 ist Thomas Bach IOC-Präsident (© AFP/POOL/AFP/ISSEI KATO)

     


  • "Unfassbar geil": Mixed-Team gewinnt Olympia-Bronze im Judo

     

    Theresa Stoll jubelt über Bronze im Teamwettkampf (© AFP/SID/JACK GUEZ)Das Mixed-Team hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) bei den Olympischen Spielen in Tokio die dritte Medaille beschert.

    Tokio (SID) - Das Mixed-Team hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) bei den Olympischen Spielen in Tokio die dritte Medaille beschert. Im ersten Mannschaftswettkampf der Olympia-Geschichte sicherte sich die Auswahl um Bronzemedaillengewinnerin Anna-Maria Wagner (Ravensburg) mit einem 4:2 gegen die Niederlande erneut Bronze.
    Im Nippon Budokan holten Dominic Ressel, Wagner, Theresa Stoll und Sebastian Seidl die nötigen Punkte zum Sieg. Wagner hatte sich im Halbfinale des Einzel am Arm verletzt und war in den ersten drei Mixed-Runden noch geschont worden. Doch im Kampf um Bronze lieferte die 25-Jährige stark ab.
    "Wir hatten heute den Spirit, den wir brauchen, um bombenstark zu sein. Wir haben gezeigt was wir drauf haben", sagte Seidl in der ARD. Ressel zeigte sich ebenfalls euphorisch: "Es fühlt sich unfassbar geil an. Nicht nur wir sechs haben die Medaille geholt, sondern das ganze Team. Es ist ein Teamerfolg und den feiern wir auch."
    Im Viertelfinale hatte das deutsche Team gegen den Weltmeister und späteren Olympiazweiten Japan eine Überraschung verpasst und nach einer 2:0-Führung noch 2:4 verloren. In der Hoffnungsrunde folgte ein 4:2 gegen die Mongolei.
    Das erste deutsche Judo-Edelmetall in Tokio hatte Eduard Trippel (Rüsselsheim/90 kg) am Mittwoch mit der Silbermedaille gewonnen. Anders als noch in der Hoffnungsrunde kam Trippel gegen die Niederlande nicht mehr zum Einsatz.
    Im Mixed-Finale am Samstag setzte sich die Auswahl aus Frankreich um Judo-Star Teddy Riner mit 4:1 gegen Japan durch und sicherte sich damit die erste olympische Team-Goldmedaille.


    Bild: Theresa Stoll jubelt über Bronze im Teamwettkampf (© AFP/SID/JACK GUEZ)

     


  • Olympia: Georgische Judoka wegen Verstößen gegen Coronaregeln ausgeschlossen

     

    Im olympischen Dorf herrschen strenge Regeln (© AFP/SID/BEHROUZ MEHRI)Die Olympia-Organisatoren haben ihre Drohung in die Tat umgesetzt und die ersten Athleten wegen Verstößen gegen die Coronaregeln ausgeschlossen.

    Tokio (SID) - Die Olympia-Organisatoren haben ihre Drohung in die Tat umgesetzt und die ersten Athleten wegen Verstößen gegen die Coronaregeln von den Spielen ausgeschlossen. Dabei handelt es sich um zwei Judoka aus Georgien, wie das Nationale Olympische Komitee des Landes nach Angaben japanischer Medien am Samstag bestätigte. Beide haben unerlaubt das Olympische Dorf verlassen.
    Alle Sportlerinnen und Sportler müssen sich wie auch die Journalisten und Funktionäre in Tokio an die sogenannten Playbooks halten. Zuwiderhandlungen werden bestraft, Geldbußen und auch die Ausweisung aus Japan sind bei schweren Verstößen möglich. Die Judo-Wettbewerbe im Nippon Budokan endeten mit dem Mixed-Teamwettbewerb am Samstag.


    Bild: Im olympischen Dorf herrschen strenge Regeln (© AFP/SID/BEHROUZ MEHRI)

     


  • IOC-Mitglied Samaranch: Winterspiele in Peking "brauchen" Zuschauer

     

    IOC würde Zuschauer bei den Winterspielen begrüßen (© AFP/SID/NOEL CELIS)Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzt bei den Winterspielen 2022 in Peking auf die Rückkehr des Publikums.

    Tokio (SID) - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzt bei den Winterspielen 2022 in Peking auf die Rückkehr des Publikums. "Wir brauchen und wir wollen Zuschauer haben", sagte Juan Antonio Samaranch, Vorsitzender der Koordinierungskommission der Spiele, die in weniger als 200 Tagen am 4. Februar in China beginnen.
    "Wir würden gerne die internationale Gemeinschaft begrüßen", sagte Samaranch auf der 128. Vollversammlung des IOC in Tokio: "Wir würden gerne allen die Chance bieten, die Gastfreundschaft und die tollen Angebote Chinas zu genießen."
    Die Sommerspiele in Tokio, die am Freitag eröffnet werden, finden aufgrund der Corona-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. China hat die Virus-Infektionen innerhalb seiner Grenzen auf ein Minimum reduziert, sich jedoch bislang noch nicht zu den Zuschauerplänen geäußert.
    Peking wird die erste Stadt in der olympischen Geschichte sein, die nach Sommerspielen (2008) auch Winterspiele ausrichtet. China hat seine Grenzen in der Pandemie weitgehend abgeriegelt und verlangt derzeit bei Einreise in der Regel eine dreiwöchige Quarantäne.


    Bild: IOC würde Zuschauer bei den Winterspielen begrüßen (© AFP/SID/NOEL CELIS)

     


  • Bronze statt Gold: Judo-Gigant Riner mit erster Olympia-Niederlage seit 2008

     

    Teddy Riner holt Bronze (© AFP/SID/FRANCK FIFE)Der französische Judo-Star Teddy Riner ist bei seinem womöglich letzten großen Auftritt gestürzt worden.

    Tokio (SID) - Der französische Judo-Star Teddy Riner ist bei seinem womöglich letzten großen Auftritt gestürzt worden. Der Schwergewichts-Rekordweltmeister unterlag im Viertelfinale des olympischen Turniers dem Weltranglistenersten Tamerlan Baschajew und verpasste durch seine erste Niederlage bei einer großen Meisterschaft seit elf Jahren und die erste bei Olympia seit 2008 sein drittes Gold.
    Immerhin sicherte sich Riner letztlich mit einem Sieg im kleinen Finale wie auch Baschajew (ROC) noch Bronze, Olympiasieger wurde der Tscheche Lukas Krpalek. Im Schwergewicht der Frauen holte Akira Sone die neunte Goldmedaille in den 14 Judo-Entscheidungen für Japan.
    Die deutschen Starter Johannes Frey (Düsseldorf) und Jasmin Grabowski (Zweibrücken) waren bereits in Runde eins ausgeschieden, damit blieb es bei den beiden Einzelmedaillen durch Eduard Trippel (Silber) und Anna-Maria Wagner (Bronze). Am Samstag steht noch der Mixed-Team-Wettbewerb an.
    Der 2,05 m große Riner fand kein Mittel gegen den für einen Judoka der Klasse über 100 kg gerade zu zwergenhaften Baschajew (1,75). Der 32-Jährige verabschiedete sich mit einigen abfälligen Gesten, war augenscheinlich mit der Leistung des Mattenrichters nicht einverstanden.
    Riner hatte 2008 Olympia-Bronze geholt, ehe er 2012 und 2016 triumphierte. Nach seiner umstrittenen Niederlage im WM-Finale der offenen Klasse 2010 - ebenfalls in Tokio - gegen den Japaner Daiki Kamakawa war er zehn Jahre lang ungeschlagen in internationalen Kämpfen geblieben, ehe er beim Grand-Slam-Turnier in Paris Kokoro Kageura, ebenfalls Japan, unterlag.
    Der auf Guadeloupe geborene Riner, achtmal Weltmeister in der Klasse über 100 kg und einmal in der offenen Klasse, hatte sich zuletzt rar gemacht. Vor Olympia nahm er zuletzt bei der WM 2017 in Budapest an einer großen Meisterschaft teil.


    Bild: Teddy Riner holt Bronze (© AFP/SID/FRANCK FIFE)