Judoka für Japan: Miriam Butkereit

Geboren am: 08.05.1994
Größe: 1,80m
Beruf: Bundespolizistin
Graduierung: 2. Dan
Aktiv seit: 2001
Trainer: Costel Danculea
1. Trainer: Swenja Krosien
1. Verein: TSV Glind

Miriam Butkereit ist die zweite Athletin in der 70 Kilo-Klasse, die neben Giovanna Scoccimarro ebenfalls noch um das Olympiaticket kämpft. 2019 setzte sie mit fünf Platzierungen in der IJF-Serie und der Goldmedaille in den Oceania Open im australischen Perth ein Achtungszeichen, dass man mit ihr rechnen muss. Dazu kam dann der 5. Platz bei den Europameisterschaften 2020. Beim Grand Slam in Tel Aviv im Februar unterstrich sie mit Silber noch einmal ihre Ambitionen. Mit über 3800 Punkten liegt sie auf Platz 14 in der Weltrangliste.

Die 27-Jährige ist durch ihre Familie zum Judo gekommen. Die Mutter und der Onkel sind Judoka. Dadurch kannte sie den Trainer und hat dann mit dessen Tochter begonnen. Das war einst im TSV Glinde. Noch heute ist sie dem Verein treu. Lediglich einen Standortwechsel gab es. Wegen der guten Trainingsbedingungen und der Vielfalt der Partner trainiert sie am Stützpunkt in Köln. Mit diesem Umzug nach Köln begann für sie auch das Gefühl, Judo als Leistungssport zu sehen. Durch ihre Ausbildung bei der Bundespolizei hatte sie nun auch die Möglichkeit, ihre berufliche Entwicklung gut mit den sportlichen Zielen zu verbinden. Diese Ausbildung hat sie bereits erfolgreich abgeschlossen.

Jubelpose beim Grand Prix in Den Haag 2017

Judo hat eine ganz besondere Bedeutung in ihrem Leben. „Beim Judo gibt es immer wieder neue Dinge, die man entdecken kann. Man kann sein Gefühl für gewisse Momente schulen und sich immer wieder aufs Neue auspowern. Mir gibt das alles so viel Energie und Freude“, sagt sie begeistert. Auf ihren tollsten Erfolg angesprochen, muss sie gar nicht lange in die Vergangenheit schauen. „Puh, ich glaube das war sogar zuletzt der Grand Slam in Tel Aviv. Dort habe ich an einem Tag so viele Topathletinnen geschlagen, unter anderem die derzeitige Weltmeisterin und Weltranglistenerste.“

Miriam Butkereit ist ehrgeizig und auch eine sehr zielstrebige Sportlerin. „Ehrgeiz ist meine größte Stärke - aber auch meine größte Schwäche“, schätzt sie sich ein. Und ergänzt gleich noch: „Ja, auch sehr zielstrebig, aber leider manchmal auch ziemlich ungeduldig.“

Nach der intensiven Zeit in der Olympiaqualifikation wird sie nach Olympia erst einmal viel Zeit mit ihren Liebsten verbringen. Das ist ihr auch im Alltag wichtig. „Ich verbringe meine freie Zeit mit meinem Freund und unserem Hund.“ 

Außerdem steht dann auch das nächste Praktikum im Polizeidienst an.

Welche Erwartungen hat sie an Olympia? „Einen kühlen Kopf bewahren und mein bestes Judo zeigen.“

Miriam Butkereit kann man auf Instagram folgen. „Da bin ich mal mehr, mal weniger aktiv unter miriam_butkereit.“
 


Fragen an Miriam Butkereit

Was treibt Dich an?

Meine Ziele.

Wie schaffst Du es, Deinen inneren Schweinehund zu überlisten?

Ich denke daran, dass mich dieses Training näher an meine Ziele bringen wird.

Was gefällt Dir an Dir besonders?

Meine verpeilte Art, sie sorgt immer für einen Lacher.

Gibt es ein Ritual/Glücksbringer beim Wettkampf?

Ich habe immer die gleiche Wettkampfkleidung an.

Was magst Du an Dir gar nicht?

Dass ich manche Sachen auf die lange Bank schiebe.

Wie kannst Du am besten entspannen?

Zu Hause auf der Couch und nichts tun.

Was ist Deine Lieblingsspeise, die Du Dir wünschst, wenn Du nach Hause zu den Eltern kommst?

Die brauch ich mir gar nicht wünschen, die gibt es immer, wenn ich nach Hause komme. Eine portugiesische Suppe, Caldoverde.

Worüber kannst Du am meisten lachen?

Lustige Videos.

Was ist für Dich eine Versuchung?

Süßigkeiten.

Schenke uns (D)eine Lebensweisheit:

Es lohnt sich nicht, sich über Dinge aufzuregen, die man nicht beeinflussen kann.

 

Text und Interview: Birgit Arendt