Nikolai Kornhaß wird Siebter der Paralympics

Nikolai Kornhaß verliert seinen Auftaktkampf und auch den entscheidenden Kampf in der Hoffnungsrunde und wird damit Siebter der Paralympics.

28.08.2021 von [Birgit Arendt]

Der Traum von einer Paralympics-Medaille ist für den Weltranglistenersten geplatzt. Nikolai Kornhaß verliert nach einem Freilos gegen seinen Gegner Thermizan Daulet aus Kazaschstan. Nur einmal hat er bisher im Finale des World Cups in Fort Wayne 2019 gegen ihn gewonnen, nun folgte die insgesamt dritte Niederlage gegen den 30-jährigen Kasachen.  "Ich hatte mir das heute anders vorgestellt, war wach und fit und wollte unbedingt eine Medaille gewinnen."

Zunächst führte Nikolai Kornhaß bereits nach zwölf Sekunden mit Waza-ari und hatte auch noch eine weitere Chance, verlor dann aber nach genau einer Minute mit Ippon für einen Armhebel. "Mir fällt immer der erste Kampf besonders schwer und bin dann eigentlich sehr gut reingekommen und fühlte mich vor allem nach dem Waza-ari gut und sicher. Der Kasache hat dann einen richtig starken Übergang Stand-Boden gemacht. Ich hab versucht, lange zu verteidigen, musste dann aber doch abklopfen", sagt er auch mit dem Hintergrund, dass dabei seine Innenbänder angerissen wurden.

Nikolai Kornhaß in Aktion

In der Hoffnungsrunde gewann er zunächst gegen Ramil Gasimov aus Aserbaidschan kampflos, ehe er im Kampf um den Einzug in das Bronzefinale dem Ukrainer Rufat Mahomedov unterlag. Noch im Mai hatte er ihn beim World Cup in Baku besiegt. "Er ist ein starker Kämpfer, wir kennen uns gut und unsere Ergebnisse sind ausgeglichen", sagt er über seinen Gegner. In Tokio erkämpfte der Ukrainer nach reichlich drei Minuten Kampfzeit Waza-ari für eine Kontertechnik. Zwar erhielt er auch noch eine Bestrafung, Nikolai Kornhaß konnte den Rückstand jedoch nicht mehr egalisieren. "Ich war mit meinem Griff nicht so dominant und konnte die Zughand nicht so stark kontrollieren", versucht er einen Grund zu finden, dass er Mahomedov nicht besiegen konnte. "Auch nach dem Waza-ari hab ich alles gegeben, aber es hat heute einfach nicht gereicht. Das ist sehr bitter, dass ich nicht mal einen Kampf gewinnen konnte." Das Niveau im Sehbehinderten-Judo ist sehr hoch und alle sind leistungsmäßig sehr nah aneinander. Da kann Jeder Jeden schlagen. "Klar, bin ich enttäuscht und ich habs mir ganz anders gewünscht. Mit dieser Niederlage muss ich nun erst einmal umgehen."

Dennoch hat er die Wettkämpfe im altehrwürdigen Budokan sehr genießen können. "Es ist eine richtig geile Halle und ich hatte Freude beim Kämpfen. Ich bin eigentlich zufrieden mit meien Judo und konnte auch meine Leistungen abrufen. Es gab jedoch heute eine Handvoll Leute, die einfach besser waren als ich."

Damit wird er Siebter der Paralympischen Spiele in Tokio.

Die Paralympischen Spielen kann man auf folgenden Kanälen verfolgen:

https://tokio.sportschau.de/tokio2020/paralympics/index.html
https://www.zdf.de/sport/paralympics

 

Fotos: Mika Volkmann