Das deutsche Team holt Bronze

Foto: Franck Fife/AFP

Das deutsche Mixed-Team gewinnt nach einem starken Kampf gegen die Niederlande Bronze. Mit dieser Medaille im ersten olympischen Team-Wettkampf gelingt ein schöner Abschuss der olympischen Spiele.

31.07.2021 von [Birgit Arendt]

Die deutsche Mannschaft siegte zum Auftakt gegen das Flüchtlingsteam mit 4:0, muss sich aber anschließend Japan mit 2:4 geschlagen geben. Die beiden Kämpfe für den Deutschen Judo-Bund (DJB) gewannen Theresa Stoll, die die Olympiasiegerin Uta Abe besiegte, und Igor Wandtke gegen den Olympiasieger Shohei Ono. Damit stand es zunächst 2:0 und eine Sensation bahnte sich gegen den Top-Favoriten an. Japan jedoch gewann die kommenden vier Kämpfe und damit den Mannschaftskampf.

In der Trostrunde gewinnt das Team mit 4:2 gegen die Mongolei und steht damit im Kampf um Bronze gegen die Niederlande.

Theresa Stoll gewinnt gegen Olympiasiegerin Uta Abe

Spannendes Duell gegen den Nachbarn

Im Kleinen Finale gewannen die Athleten mit 4:2 gegen die Niederlande. Nach 3:2 stand im letzten Kampf Sebastian Seidl dem Niederländer Tanike Tsjakadoea gegenüber. In einem starken ausgeglichenen Kampf gingen die beiden Athleten ins Golden Score. Dort erhielt Sebastian Seidl dann die zweite Strafe, sodass sein bis dahin vorhandener Vorteil aufgebraucht war. Nach fast fünf Minuten Kampfzeit dann die dritte Bestrafung für den Niederländer und damit gewinnt Sebastian Seidl und die Mannschaft mit 4:2 die Bronzemedaille.

Zuvor kämpfte Giovanna Scoccimarro als erste Athletin und verlor gegen Sanne van Dijke, gegen die sie bereits das Kleine Finale im Einzelwettkampf verlor. In einem starken Kampf besiegte dann Dominic Ressel den schwereren vant End im Golden Score nach fast fünf Minuten durch Strafen. Damit stand es 1:1.

Anna-Maria Wagner wurde in der +70-kg-Klasse eingesetzt und ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie gewann sechs Sekunden vor Schluss mit Waza-ari. Karl-Richard Frey verlor dann jedoch gegen das Judo-Urgestein, den 36-jährigen Henk Grol und es stand 2:2.

Die Mannschaftskämpfe werden nach dem Prinzip geführt, dass mit vier Siegen das Endergebnis feststeht. Es mussten also beide deutschen Athleten die nächsten beiden Kämpfe gewinnen, ansonsten wird ein Entscheidungkampf stattfinden, der für die 70-kg-Klasse vorgesehen war. Also hätte Giovanna Scoccimarro ein weiteres Mal kämpfen müssen. Es wäre das dritte Mal gegen die Niederländerin Sanne van Dijke in diesen olympischen Wettkämpfen gewesen.

Aber Theresa Stoll kämpfte sehr konzentriert gegen Sanne Verhagen und punktete nach weniger als zwei Minuten mit Waza-ari für einen O-soto-gari. Allerdings egalisierte Verhagen eine Minute vor Schluss ebenfalls mit Waza-ari. Die beiden gingen ins Golden Score und nach 57 Sekunden warf Theresa Stoll auf Ippon. Es stand 3:2.

Im letzten und entscheidenden Kampf dann Sebastian Seidl in einem sehrt spannenden Kampf mit dem oben genannten Ergebnis.

Mit einer sehr starken Mannschaftsleistung erkämpften sich die deutschen Athleten die Bronzemedaille. 

Emotionen pur im Anschluss

Karl-Richard Frey schmiss Sebastian Seidl im Rausch der puren Freude über Bronze krachend auf den Rücken, dann ließen die deutschen Judoka ihren Helden im legendären Kampf-Tempel Nippon Budokan durch die Luft fliegen. "Ich würde sagen, wir haben Geschichte geschrieben", jubelte Seidl überschwänglich, nachdem das Mixed-Team im ersten Mannschaftswettkampf der Olympia-Historie eine Medaille gesichert hatte. "Den Tag", sagte der Bayer, "wird keiner von uns in seinem Leben mehr vergessen."

"Wir haben dank unseres Teamspirit diese Medaille geholt", sagte Weltmeisterin Anna-Maria Wagner, die schon Einzel-Bronze gewonnen hatte - und von Seidl schlichtweg zum "Super Hero" erklärt wurde.

Teamspirit als Schlüssel zu Erfolg

Denn Deutschlands beste Judoka hatte sich in ihrem Einzel-Wettkampf am rechten Ellenbogen verletzt und war in den drei Kämpfen bis zum Duell um Bronze geschont worden. "Die Ärzte haben mir das Go nicht gegeben. Aber ich habe gesagt: Wenn es wirklich darauf ankommt, gebe ich alles", erzählte die 25-Jährige: "Es ist alles ganz egal. Die Medaille ist da, dafür würde ich auch ohne Arme auf diese Matte gehen."

Auch Eduard Trippel biss am Samstag nochmals auf die Zähne und kämpfte zwei Runden. "Es ist sicher nicht das Gesündeste", sagte der 24-Jährige grinsend: "Aber für eine olympische Medaille tut man schon einiges."

Es hat sich definitiv gelohnt...

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Fotos: Gabriela Sabau/IJF // Franck Fife/AFP // Jack Guez/AFP

Quelle: SID